Qualität

Hilfsmittel: Verein kritisiert GKV-Positionspapier

Der GKV-Spitzenverband stellt in seinem neuen Positionspapier zur Hilfsmittelversorgung Wirtschaftlichkeit vor Qualität. Diese Kritik hat der Verein rehaKIND jetzt geäußert. „Erfolgreiche Versorgung gelingt nur unter entsprechenden Bedingungen und aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin kommen inzwischen Hilferufe, weil das System nicht schon jetzt mehr aufrecht zu erhalten ist, geschweige denn mit noch mehr Sparzwang,“ fürchtet Christiana Hennemann von rehaKIND. Der Verein setzt sich für die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung ein und setzt sich unter anderem aus Betroffenen, Herstellern und Verbänden zusammen.

Foto: Adobe Stock/Ilan Amith

“Die Ausgabendynamik im Hilfsmittelbereich konnte lange Zeit insbesondere durch Festbetragsregelungen und Ausschreibungen abgeschwächt werden. Gesetzgeberische Eingriffe in Qualität und Wirtschaftlichkeit und die Rechtsprechung haben dazu geführt, dass die den Krankenkassen in der Vergangenheit zugestandenen Wettbewerbsinstrumente nicht mehr angewendet werden können”, schreibt der GKV-Spitzenverband im Papier “Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und qualitätsgesicherte Hilfsmittelversorgung” vom 14. Juni 2023. “Darüber hinaus haben sich auf Leistungserbringerseite strategisch ausgerichtete Konsortien und Verhaltensweisen herausgebildet, die faire Verhandlungsprozesse für die Krankenkassen erschweren und den Wettbewerb im Hilfsmittelbereich vollends zum Erliegen bringen. So hatten in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossene Leistungserbringerverbände gegenüber den Krankenkassen einheitliche Preisaufschläge für ihre Leistungen im Rahmen bestehender Versorgungsverträge gefordert und vielfach auch durchsetzen können.”

RehaKIND wirft dem GKV-Spitzenverband dagegen in seiner Pressmitteilung reine Sparmaßnahmen vor und sieht die Versorgung von Kindern mit Behinderung gefährdet: “Nicht der beste Versorger, sondern der billigste Anbieter kommt zum Zug. Individualität, Komplexität und wohnortnahe Versorgung sind damit nicht abgebildet.”

Nur 0,041 Prozent des Budgets entfielen auf die Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder, so rehaKIND. “Jungen Patienten die so wichtige Unterstützung und Förderung zu versagen oder über billige Standards nicht den individuellen Bedarf zu versorgen heißt, alle gesetzlichen Absichten der gesamtheitlichen Betrachtung des Menschen und seinem Anspruch auf Teilhabe zu ignorieren.”