20. Dezember 2021

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Telemonitoring bei Beatmungspatienten

Sabine Mertsch, Managerin Market Access bei ResMed in Deutschland erklärt, wie Digitale Services die Lebensqualität von Betroffenen erhöhen und medizinisches Fachpersonal sowie das Gesundheitswesen entlasten können.

Zahlreiche Gesetze und Verordnungen berücksichtigen inzwischen die Einbindung digitaler Technologien in das Gesundheitswesen, wie etwa das Digitale-Versorgung-Gesetz, das Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungs-Gesetz oder das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz. All diese Gesetze machen den dringenden Nachholbedarf digitaler Lösungen und Innovationen für das Gesundheitswesen deutlich.

Eine sinnvolle Digitalisierung im Gesundheitswesen ergänzt und verbessert die klassische Gesundheitsversorgung mit dem Nutzen für Patienten im Fokus und den Vorteilen für das Gesundheitssystem als Ganzes. Die Beatmungstherapie ist hierfür ein ideales Beispiel: Telemedizin in Verbindung mit Telemonitoring kann dazu beitragen, die Patientengesundheit zu verbessern, indem verschiedene Fachrichtungen vernetzt, die Kommunikation vereinfacht und der Fern-Zugriff auf die Therapiedaten ermöglicht wird.

Mithilfe von Telemonitoring lassen sich Therapie- und Gerätedaten aus der Ferne auswerten und unterstützen die ärztliche Behandlung. Frühzeitige Veränderungen in der Therapie lassen sich erkennen und falls es erforderlich wird, ist eine schnelle, proaktive Intervention möglich. Damit können ggf. auch ungeplante Krankenhausaufenthalte vermieden werden.

Interprofessionelle Teams vernetzen

Über die Telemonitoring-Plattform AirView™ für Beatmung werden Beatmungsdaten erfasst und gesichtet. Mithilfe zusätzlicher Parameter wie einer Blutgasanalyse oder weiterer Vitalwerte ergibt sich ein verbessertes Gesamtbild der Beatmungstherapie der Patienten, was wiederum in einer Videosprechstunde besprochen werden kann – mit dem Ziel, Veränderungen fachlich korrekt zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Telemonitoring-Plattformen vernetzen zudem interprofessionelle Teams: Ärztliche Kollegen, Therapeuten und Pflegefachkräfte können innerhalb von Fallbesprechungen gemeinsam Lösungen finden. Dadurch werden Prozesse gestrafft, wertvolle Ressourcen gespart und Bürokratie abgebaut. Was aber nicht bedeutet, dass medizinisches Fachpersonal ersetzt werden kann – im Gegenteil: Sie sind es, die den größten Nutzen bei der Bewertung der Daten stiften. Besonders in ländlichen Regionen, wo lange Anfahrtswege für Patienten Hindernisse darstellen, führt Telemonitoring zu einer verbesserten Patientenbegleitung.

Datenschutz hat hohen Stellenwert

Da bei der Therapiebegleitung aus der Ferne zwangsläufig personenbezogene und damit besonders schützenswerte Gesundheitsdaten erhoben werden, sind aufgrund der sensiblen Daten Maßnahmen zum Datenschutz unerlässlich. Weltweit anerkannte Zertifizierungen wie die HDS und ISO 27001 in Kombination mit der DSGVO gewährleisten den Schutz dieser Daten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://bit.ly/3IxnJls

Hohe Standards der Datensicherheit schaffen Vertrauen – eine Grundvoraussetzung für Telemedizin und die Nutzung des Potentials digitaler Gesundheitstechnologien. Wenn zudem Gesundheitsdienstleister ihre Patienten aktiv in die Therapie einbinden, sie darüber ausführlich informieren und Einblicke in den Gesundheitsstatus geben, führt das zur flächendeckenden Akzeptanz von Telemonitoring als Ergänzung des Therapieangebots. Und das wiederum wirkt sich positiv auf das Gesundheitssystem als Ganzes aus: Diverse Studien* belegen, dass Patienten mit Telemonitoring sich besser betreut fühlen, was sich in der größeren Therapietreue widerspiegelt. Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung ist also entscheidend, um künftig eine lückenlose Versorgung unabhängig von Wohnort und sektoralen Grenzen der Akteure wie ärztliche, pflegerische, therapeutische Fachkräfte sowie der Homecare Provider als Geräteversorger zu gewährleisten.

Mehr Informationen zu AirView für Beatmung finden Sie hier: https://bit.ly/3pYPhrJ

*Studien können bei ResMed Germany Inc., 82152 Martinsried angefordert werden. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt zu uns auf

Sabine Mertsch

Sabine Mertsch

Sabine Mertsch ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen verantwortlichen Positionen im Hilfsmittelversorgungsbereich tätig. Sie verantwortet bei ResMed den Bereich Market Access mit besonderem Augenmerk auf die Implementierung innovativer Versorgungskonzepte zum Nutzen für Patienten. Daneben ist sie Mitglied im Vorstand Medizintechnik beim Industrieverband Spectaris und stellvertretende Vorständin im Qualitätsverbund Hilfsmittel, QVH e.V.

Aufmacherbild: PopTika/Shutterstock

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