24. Mai 2022

Weg in die Beschäftigung für Schwerbehinderte weiter schwierig

Einer Studie zufolge haben viele Unternehmen keine Vorbehalte gegen jobsuchende Menschen mit Schwerbehinderung, stellen aber dennoch kaum Betroffene ein. Deshalb werde die gesetzliche Schwerbehindertenquote nach wie vor von vielen Betrieben nicht erreicht, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jetzt in Nürnberg mit. Aus der IAB-Umfrage bei Unternehmen geht hervor, dass eine große Mehrheit der Betriebe in Sachen Leistungsfähigkeit, Fehlzeiten oder Belastbarkeit keine Unterschiede zwischen Beschäftigten mit oder ohne Handicap sehen.

80 Prozent der Betriebe, die die Schwerbehindertenquote nicht erfüllen und deshalb eine Ausgleichsabgabe zahlen, nennen der Umfrage zufolge einen Mangel an passenden Bewerbungen als Begründung. Etwa 20 Prozent geben fehlende Flexibilität beim Kündigungsrecht als Grund für das Unterschreiten der Schwerbehindertenquote an. Befürchtungen bezogen auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Menschen mit Schwerbehinderungen werden von ebenfalls knapp 20 Prozent der Betriebe genannt.

Nach ihren Erfahrungen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Schwerbehinderung gefragt, sehen knapp 80 Prozent aller befragten Firmen keine Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Schwerbehinderung in Bezug auf die soziale Einbindung und gut 70 Prozent in Bezug auf die Arbeitsmotivation.

„Angesichts der niedrigen Erwerbsquote bleibt die Integration von Menschen mit Schwerbehinderung eine wichtige und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die demografische Entwicklung lässt in den kommenden Jahren vielerorts eine alternde Belegschaft erwarten“, betonte IAB-Forscher Alexander Kubis. Angesichts der sich verschärfenden Fachkräfteengpässe werde es in Zukunft auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten mehr denn je von Bedeutung sein, Menschen mit Schwerbehinderungen möglichst umfassend in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, haben auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.

Das IAB gehört als Forschungsstelle zur Bundesagentur für Arbeit. Die Studie beruht auf einer Umfrage bei 20.115 Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im vierten Quartal 2021 stattfand. (epd)


Bild: Adobe Stock/LIGHTFIELD STUDIOS

 

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